Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
In South Boston hat die Polizei dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt. Um an den Unterwelt-Boss Costello heranzukommen schleusen Sie den jungen Polizisten Billy in seinen Clan ein. Noch ahnen Sie nicht, dass sich in eine ihrer Eliteeinheiten Colin Sullivan, ein Handlanger Costellos eingeschlichen hat. Bald wird beiden Seiten klar, dass sich Maulwürfe in Ihren Organisationen befinden.
Colin und Billy versuchen so schnell wie möglich den anderen zu entlarven um ihre eigene Haut zu retten.
Inhaltsangabe 2:
Nach Boston transplantiertes Remake des Hongkong-Krimis "Infernal Affairs"
Was für ein düsteres Ende! Mit der Unausweichlichkeit einer griechischen Tragödie wird hier eine Geschichte abgeschlossen. Keinem der Protagonisten werden Rettung oder Vergebung gegönnt.
Martin Scorsese ist der nihilistischen Essenz der Vorlage "Infernal Affairs" treu geblieben, ohne dabei den Stil des Actionfilms aus Hongkong zu kopieren. Bei ihm sind die beiden jungen Männer, die sich jeweils als Spitzel bei den Gangstern und bei der Polizei eingeschlichen haben, die Söhne von irischen Kriminellen in Boston. Bei beiden wird psychologisch glaubwürdig dargestellt, warum sie zu sogenannten "Ratten" werden, beide sind intelligent, schlagfertig und erfindungsreich.
Einer der Reize des Films besteht darin, sie dabei zu beobachten, wie sie jeweils die andere Seite austricksen, dabei auch immer wieder beinahe in die Fallen des Anderen geraten und haarscharf der Demaskierung entgehen. Scorsese erzählt lakonisch - da reichen die blutigen Hände von Jack Nicholson in der Kneipe, um den Schrecken extrem eindrucksvoll wirken zu lassen, gerade weil die Tat selber ungesehen bleibt. Und im Dialog lauert immer ein boshafter Witz, der aber nie zynisch wird, weil Scorsese bei aller Virtuosität bei der Inszenierung nie die Charaktere aus den Augen verliert.
Darum verirrt sich der Zuschauer nie im labyrinthischen Plot, darum reichen wenige Szenen aus, um etwa die Polizeipsychologin als eine komplexe und faszinierende Figur lebendig werden zu lassen, die als einzige Frau in diesem Männerfilm nicht im Intrigenspiel gefangen ist. Jack Nicholson darf endlich mal wieder dämonisch grinsen, und wird dennoch von Scorsese so geschickt geführt, dass er eben nicht alle anderen an die Wand spielt. Leonardo DiCaprio und Matt Damon, aber auch Mark Wahlberg und Ray Winstone spielen so inspiriert wie selten, und Kameramann Michael Ballhaus findet genau die richtigen, dunklen, schattenhaften Einstellungen, um diesen Neo-Noir zu bebildern.
"Departed" ist als Genrefilm extrem spannend und unterhaltend, aber er hat auch jenen ästhetischen Mehrwert, der die Klassiker von den nur gut gemachten Filmen unterscheidet.