Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Paris 1912. Als Jean Hervé von einer Dienstreise zurück kehrt, findet er einen Brief von seiner Frau Gabrielle vor, die ihn verlassen hat. Dabei hatte er sich gerade auf dem Heimweg noch einmal ins Gedächtnis gerufen, wie gut es ihm geht. Jean hat es zu etwas gebracht: Gesellschaftlich anerkannt und finanziell gesichert, versteht er etwas von Kultur und weiß eine Frau an seiner Seite, die mit Intelligenz auf allen Gesellschaften brilliert. Und jetzt das. Jean hat keine Zeit, sich von dem Schock zu erholen, da geschieht das Unfassbare: Gabrielle kommt zurück. Mit ihrer Rückkehr beginnt eine unaufhaltsame Suche nach dem Fundament ihres gemeinsamen Lebens. Der Versuch, trotz aller Verletzung die gesellschaftlichen Rituale aufrecht zu erhalten, überfordert Jean bald ganz und gar.
Nach der Kurzgeschichte "Die Rückkehr" von Joseph Conrad inszenierte Patrice Chéreau das Ehedrama in ungeheuer dichten, beklemmenden Bildern. Jede Bewegung, jede mimische Regung zeigt überdeutlich das starke Verlangen, die Gefühle gleichzeitig zu unterdrücken und sie dem Partner zu offenbaren. Die Explosivität dieser Beziehung, in der es unzählige Wünsche und verdrängte Emotionen gibt, ist in jedem Bild spürbar und nah. Isabelle Huppert und Pascal Greggory sind glänzend, selten war die Spannung in nur wenig veränderten Gesichtern so deutlich zu erkennen wie hier. "Gabrielle" ist - trotz gesellschaftsgeschichtlicher Genauigkeit - ein zeitloser Film und eine höchst gelungene Literaturumsetzung.
DVD-Bildformat: 1:2,35; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Inhaltsangabe 2:
Paris, 1912: Eine Frau verlässt ihren Mann - und kehrt zurück.
Patrice Chéreaus inszeniert in "Gabrielle" menschliche Beziehungen in schonungslosen Offenheit. "Gabrielle" ist radikales Erzählkino für Kopf und Bauch, sinnlich und intelligent, mutig und weit über herkömmliche Beziehungsfilme hinausweisend - und dazu meisterhaft inszeniert. Die ganze Klasse von Chèreaus Regie kann sich aber erst durch die grandiose Schauspielkunst von Isabelle Huppert und Pascal Greggory entfalten, die hier als Ehepaar eine atemberaubend glaubwürdige Vorstellung geben.
Kammerspielhaft entrollt sich vor unseren Augen ein Sittengemälde der "feineren Gesellschaft" im Paris der ersten Dekade des vergangenen Jahrhunderts: Die Ehe der Herveys ist eine Zweckgemeinschaft für ein solides, unbeschwertes Leben mit dem gepflegten Umgang kulturell und sozial gleichgestellter Mitbürger. Nach zehn Ehejahren steigt die Ehefrau plötzlich aus ihrem monotonen Leben aus, verlässt den Ehemann für einen Liebhaber, kehrt aber rasch - schon binnen Stunden - nach Hause zurück. Aber ein tiefer Abgrund hat sich aufgetan und jetzt beginnt das fein gesponnene Spiel gegenseitiger verbaler Grausamkeiten.
Dramaturgisch geschickt erfährt der Zuschauer durch die Erzählung des Mannes aus dem Off, wie sich sein Bild der Frau darstellt, ja, wie er sie wohl gerne gehabt hätte. Dann zeigt sich die Frau, wie sie wirklich ist, und wie ihre Sicht von zehn Jahre Ehe aussieht. Der Ehemann gibt vor, keine Fragen stellen zu wollen und hinterfragt doch ständig. Sie besteht darauf, keine Antworten zu geben und liefert diese doch beständig mit gnadenloser Direktheit. (...)