Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Eine anonym geschickte Videokassette vergiftet das erfolgreiche Leben von Georges. Ein Gespinst aus Geheimnissen und Lügen, aus Schuld und Misstrauen breitet sich aus ? bis Georges sich erinnert? Ein packendes Verwirrspiel mit der Wahrheit und mit einer Vergangenheit, die keine Ruhe mehr lässt.
Eigentlich ist auf diesen Bildern nichts Kompromittierendes zu sehen: Ein Auto wird geparkt, eine Tür fällt ins Schloss. Stille. Doch gerade diese Stille macht die Filmaufnahmen so bedrohlich: Was will der Fremde, der Georges Laurents Leben und das seiner Familie mit beunruhigender Geduld dokumentiert und ihm in Form von Videobändern zukommen lässt? Noch dazu zusammen mit naiv-grotesken Zeichnungen, die den Horrorphantasien eines Kindes entsprungen zu sein scheinen?
Georges ist Moderator einer erfolgreichen Literaturtalkshow im Fernsehen, und deshalb vermutet seine Frau Anne zunächst einen verrückten Fan hinter den rätselhaften Filmaufnahmen.
Die Polizei sieht keinen Grund zu handeln, solange nichts wirklich Bedrohliches geschehen ist. Doch das Gefühl der Beklemmung wird immer stärker und bringt Georges? und Annes bürgerlich-intellektuelles Leben zwischen Literatursendungen, Vernissagen und Abendeinladungen allmählich aus dem Gleichgewicht. Während Anne noch offen über die rätselhafte Post spricht, beginnt sich die Stille der seltsamen Videobänder auf Georges auszubreiten. Die beiliegenden Zeichnungen beunruhigen ihn und bringen etwas in ihm zum Klingen. Meist sind es Strichmännchen mit blutig roter Kehle. Auf der letzten allerdings ist ein Huhn zu sehen, mit durchschlagenem Hals?
Inhaltsangabe 2:
Georges ist so etwas wie der französische Reich-Ranicki - ein Literaturpapst mit einem erfolgreichen TV-Format. Seine Frau Anne arbeitet als Verlegerin und Sohn Pierrot sammelt erste Triumphe als Schwimmsportler. Die gutbürgerliche Welt dieser Kleinfamilie wäre perfekt, wenn da nicht permanent rätselhafte Videobotschaften ins Haus kämen. Irgendjemand scheint Georges auf Schritt und Tritt zu beobachten. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass dieser "jemand" den Literaturexperten bestens kennt. Georges und Anne sind mehr als besorgt. Doch die Polizei kann erst einschreiten, wenn eine konkrete Bedrohung vorliegt.
In einem sehr überschaubaren Plot baut Regisseur Haneke (Die Klavierspielerin) ganz behutsam eine enorme Spannung auf. Wer dieser bedächtigen, psychologisch fein gewirkten Story folgt, erlebt einen Thrill, der unbehaglich unter die Haut kriecht. Es muss nur wenig passieren um im Leben von Georges einen Riss entstehen zu lassen, der sich durch das Vertrauensverhältnis zu seiner Frau zieht. Die Spaltungen setzen sich beinahe unmerklich fort bis Georges sich mit einer monströsen Tragödie seiner Kindheit konfrontiert sieht. Nun ist es mehr als nur ein Riss: Ein historischer Graben tut sich auf. Ein Echo vergangenen Rassismus' erschallt. Aber Georges unterdrückt dessen Missklang. Ganz in der besten Tradition von Claude Chabrol steht dieses von Preisen überhäufte Meisterwerk, das die Fassade des bürgerlichen Daseins ins Wanken bringt. Von der Kritik wurde Caché als Hanekes zugänglichster und unterhaltsamster Film gelobt. Glücklicherweise geht dies nicht zu Lasten des intellektuellen Anspruchs. Caché bleibt offen für eigene Betrachtungen und wirkt in den Gedanken lange nach.
DVD-Bildformat: 1:1,78; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Französisch