Hitflip
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Inhaltsangabe 1:
Es ist Weihnachten im winterlichen Voralberg, und Pfarrer Ernst erzählt einer Urlauberfamilie die Geschichte vom legendären Bergkristall: Der Schuster Sebastian und die Färberstochter Susanne verlieben sich ineinander - trotz einer Jahrhunderte alten Fehde zwischen ihren Heimatdörfern. Ihr Liebe ist stärker als der Hass. Als Susanne einige Jahre später von den Bewohnern ihres Heimatdorfs zur Rückkehr gezwungen wird, bleibt Sebastian zurück, da er dort nicht geduldet wird. Leidtragende sind die Kinder, die nun zwischen den Dörfern des Vaters und der Mutter hin und herwandern müssen, um beide Elternteile zu sehen. Eines Nachts verirren sie sich in einem Schneesturm und erinnern sich an die Legende des Bergkristalls, der der Sage nach Liebende wieder zusammenführt. Die Kinder machen sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Stein, voller Hoffnung, dass er ihre getrennte Familie wieder vereint...
Inhaltsangabe 2:
Zwischen den Bergdörfern Gschaid, das arm an den Hängen klebt, und dem reichen Milsdorf, dessen Bewohner als arrogant angesehen werden, herrscht seit Jahrhunderten ein von niemand mehr wirklich zu erklärender Streit. Als Schuhmacher Sebastian aus Gschaid Susanna, Tochter des Färbermeisters aus Milsdorf, ehelicht, hat er daheim bald keine Arbeit mehr und wird wohl im Armenhaus landen, da ihn die Gemeinde schneidet. Deshalb zieht Susanna wieder nach Milsdorf, damit Ruhe einkehrt. Leidtragende sind jedoch die Kinder Konrad und Sanna, die zwischen den Eltern und Dörfern pendeln. Als sie an Heiligabend zur Mutter aufbrechen und sich auf dem Rückweg im Schneetreiben verirren, gelangen sie ins Hochgebirge. Angeblich lauern dort Berggeister, doch die Geschwister erinnern sich auch an die Legende vom Bergkristall, der Liebende wieder zusammenführt. Diesen Stein wollen sie finden - und treffen auf dem Rückweg auf von beiden Dörfern organisierte Suchtrupps.
Verfilmung der gleichnamigen Novelle (1845) des Österreichers Adalbert Stifter. Dessen konzentrierte Prosa und klare Sprache erzählen Elementares über die Natur des Menschen, Gefühle in Extremlagen und Versöhnliches über die mögliche Überwindung von Feindseligkeiten. Regisseur Joseph Vilsmaier ("Charlie & Louise", "Herbstmilch") hat diesen Tenor beibehalten. Als schauprächtiger Heimatfilm entwickelt die Versöhnungsgeschichte im langen Hauptteil einen vor allem visuellen Sog: Vilsmaier, der als Kameramann begann, gelingt es, in echten Naturaufnahmen Erhabenheit, Strenge und Macht der Winterlandschaft zu vermitteln. Er zeigt, wieso damals wohl Geschichten wie diese entstehen konnten. Der Bergkristall, der durch die Kraft der Liebe die Eltern wieder zusammenbringt, ist ein überzeugendes wie geheimnisvolles Symbol. Die Rahmenhandlung in der Moderne, in der Pfarrer Ernst die Legende erzählt, ist nicht zwingend. Auf einfache Weise und wirksam in den Bildern ist Vilsmaiers Werk ein feierlicher Heimat-, Familien- und Weihnachtsfilm.
DVD-Bildformat: 1:2,35; 16:9
Ton: Dolby Surround, Dolby Digital 5.1; dts
Sprache: Deutsch
Inhaltsangabe 3:
Eingebettet in eine Rahmenhandlung wird die alte Geschichte von Hass und Liebe, von Ablehnung und Versöhnung und der Wunderwirkung des Bergkristalls nacherzählt.
Es waren einmal zwei verfeindete Dörfer und zwischen ihnen ein Berg, wer diese Grenzen nicht einhielt, wurde verfemt. So geschah es einem Paar und seinen Kindern, bis die Kinder sogar ihr Leben wagten, um ein Wunder geschehen zu lassen... Vom Schluss her lässt Joseph Vilsmaiers Film sich ohne Schnörkel so erzählen: Eine alte Legende, 1845 von Adalbert Stifter in eine Novelle gefasst, und jetzt für das Kino in einer gelungenen Gratwanderung in große Bilder und große Gefühle geformt.
Konsequent und mit gestalterischer Kraft gibt Vilsmaier dem Genre des Heimatfilms, was des Genres ist. Die Inszenierung ist pur und direkt, die Darsteller bei allen genrebedingten Klischees hervorragend, zum Beispiel der Schwiegervater, besonders hervorzuheben dabei die Kinder. Ausstattung und filmisches Handwerk beeindrucken mit ihrer Qualität. Das filmische Erleben in seiner Intensität wird geprägt auch von der ausdrucksstarken und sensiblen musikalischen Ebene, die das Adjektiv virtuos verdient.
Überhaupt ist es erstaunlich, wieviel Kraft und Emotion Joseph Vilsmaier in der weihnachtlichen Parabel über Liebe und Streit, Fremdenfeindlichkeit und Versöhnung zu mobilisieren vermag. Im Schnee und Eis gelingen dabei Szenen, die poetische Überhöhung und gleichzeitig naturalistischen Realismus vereinen - wie etwa in der Eiskristallhöhle. Die Rahmenhandlung, da war sich der Bewertungsausschuss einig, wirkt im Vergleich mit dem eigentlichen Film eher aufgesetzt. (...) Die alte Legende selbst ist der Kristall dieses Films. Vilsmaier hat ihn gefunden und geschliffen.