Hitflip
Dies war mein drittes Buch von Minette Walters und es war nicht das Beste, was ich von ihr gelesen habe! Trotzdem wird der Krimi-Liebehaber nicht enttäuscht werden. Wie immer serviert Minette Walters englische Verbrechen pur in stimmungsvoller Umgebung (hier das Cedar House in dem verschlafenen Ort Fontwell). Im Mittelpunkt steht eine Schandmaske, ein mittelalterliches Folterinstrument. War es Mord oder Selbstmord an der alten Dame Mathilda?? Die Erzählerin bezieht immer mehr Personen in ihren Kreis ein und wir werden gefesselt, denn fast alle haben ein Motiv! Allen voran Sarah Blakeney, die überraschte Alleinerbin (Motiv!) und Ärztin der Verstorbenen. Aber auch die vernachlässigte Verwandtschaft, die gepeinigten Nachbarn, die dunklen Punkte der Vergangenheit - einfach alle scheinen Gründe gehabt zu haben, die Verstorbene zu hassen! Man ist mehr und mehr fasziniert von der offensichtlich schillernden Persönlichkeit der Verstorbenen, und ich habe mehr als einmal gedacht. "Schade, daß das Buch erst nach ihrem Tode angefangen hat!" Mathilda entwickelt sich zu einer Person, die man gerne kennengelernt hätte, aber so muß man sich auf die (durchaus unterschiedlichen) Beschreibungen durch die anderen Charaktere beschränken und die Tagebuchauszüge, die zwischen den normalen Text geschoben worden, und man wird durch ein weiteres Verbrechen zusätzlich abgelenkt, so daß man zum Schluß fast den großen Augenblick "der Überführung" des Mörders verpaßt und etwas enttäuscht ist, denn das ist nicht der wirkliche Höhepunkt des Buches. Dennoch ist das Ende lohnend, wie ich finde. Das Buch besticht nicht durch fünf mega-spannende Seiten, auf denen der Mörder entlarvt wird, sondern durch ein gleich hohes Niveau, daß Minette Walters über 400 Seiten zu halten vermag. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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