Hitflip
Charles ist praktischer Arzt in einem ärmlicheren Viertel von Paris. Zu seinen regelmäßigen Bekanntschaften gehören die Dandurands, ein Ehepaar, dessen Hutmachergeschäft ein geselliges Zentrum des Viertels bildet. Hier trifft sich ein Querschnitt der Gesellschaft, vom Friedensrichter bis zum auftragslosen Maler. Mittendrin steht Bob Dandurand, der stets einen \"beängstigenden Durst\" hat und so ziemlich alles \"umwerfend\" findet. Doch unter dieser clownesken Oberfläche versteckt sich ein Mensch mit einer Geschichte, die seinem jetzigen Stand diametral entgegengesetzt ist.
Robert ist Sohn eines angesehenen Juraprofessors und Universitätsdekans, der einen Tag vor seiner Abschlussprüfung alles hingeworfen hat, um den Rest seines Lebens seiner Frau Lulu zu widmen: \"Es ist doch so: Wenn jeder sich nur um das Glück eines einzigen Menschen kümmern würde, wäre die ganze Welt glücklich.\" Worüber jedoch Charles und all die anderen Freunde entsetzt und überrascht sind: Bob ertrinkt beim Hechtfischen und die Polizei fällt ein klares Urteil -- Selbstmord. Was hat den lebensfreudigen, beliebten und offensichtlich glücklich verheirateten Mann zu dieser Tat gebracht?
Charles beginnt, Nachforschungen anzustellen und sieht sich mit den unterschiedlichsten Ansichten und Vorurteilen konfrontiert. Nicht zuletzt seine eigene Frau mit ihren vorgefertigten Urteilen bringt ihn immer wieder dazu, sich mit seinem eigenen Toleranzverständnis, das dem des Autors Simenon sehr ähnlich sieht, auseinander zu setzen. Dieser innere Dialog ermöglicht Charles schließlich, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, einer Wahrheit, die in ihrer Alltäglichkeit mehr über Bob/Robert aussagt, als jede irgendwie konstruierten Effekte. --Hannes Riffel
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