Bücher / Belletristik / Romane & Erzählungen / Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1

Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1

Erscheinungsjahr: 2005


Durchschnittliche Bewertung:

Neu hier?

Jetzt kostenlos anmelden und Teil unserer Tausch- community werden:

Hitmeister-Angebot
Der Besuch des Leibarztes kaufen für 6,99 €.
nach oben springen

Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1 tauschen

Mitglied Bewertung Zustand Beschreibung Flips Aktion
Catarina Dieser Artikel wird aus Deutschland versendet. 5.00 / 5,00 (84) Wie neu ungelesen 3
Einloggen und ertauschen
     Erfasste Artikel anzeigen?
Noch nicht in der Hitflip Community? Jetzt anmelden und Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1 wünschen. Hier kostenlos anmelden
Diesen Artikel anbieten und Flips verdienen Bitte beachten Sie unsere Richtlinie zum Einstellen von Artikeln auf Hitflip . Vielen Dank!
Titel: Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1
EAN: 9783570195178
Faire Angaben sichern Ihnen eine gute Bewertung.
Welche Mängel hat der Artikel? (50 Zeichen)
Vorgeschlagener Preis des Artikels neu: 6 Flips gebraucht: 2 Flips
Sofort anbieten und Flips verdienen!
nach oben springen

Inhaltsangaben zu Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1

Hitflip
Mythische Pole

Der Rationalist und der Gläubige, der Suchende und der Vollstrecker, der Lebensfromme und der Entsagende – mächtig wie einst Dostojewski in seinem «Grossinquisitor» setzt Enquist mit Struensee und Guldberg zwei Figuren in Szene, die für die mythischen Pole menschlicher Existenz zwischen Religion und Vernunft, Tabu und Freiheit stehen. Beide sind sie unbestechlich, beide treffen sie sich in der Pflicht gegenüber einer höheren Idee – und über beide geht am Ende die Historie hinweg. Was beide trennt, ist der Glaube an die Möglichkeit, Geschichte zu gestalten: Wo Struensee futuristisch vorprescht und als «Schreibtischtäter» endet, hilft Guldberg dem Lauf der Dinge effizient nach. Ironischerweise ist die Demenz des Königs der Raum, in dem beider progressive und restaurative Utopie blüht.

«Der Besuch des Leibarztes» ist kein moralischer Traktat. Enquist unterlässt es konsequent, Partei zu ergreifen. Der Komplexität dient der Gebrauch unterschiedlichster historischer Quellen (von Porträts über Schriftstücke bis zu diplomatischen Noten), aber auch das ständige auktoriale Räsonnement. Dass diese Metaebene da und dort interpretatorisch forciert und sprachlich überdeterminiert erscheint, mag man dem Text vorhalten – etwa wenn der Autor die sich sexuell bewusst werdende Königin im Jargon der Kulturanthropologie denken lässt, sie sei ein «Jucken am Glied des Hofes». Höchstes Lob gebührt dem Übersetzer Wolfgang Butt . Dass Enquist ein erfahrener Theaterautor ist, kommt dem Roman vielfach zugute: Aufs Essenzielle reduziert erscheint das epische Moment, die Figuren sind konsequent modern gehalten, die Szenen setzen in Dialog und Handlungsführung ein Glanzlicht nach dem andern. Jede einzelne Nebenfigur (wie Struensees Freund Brandt, der Aufklärung hedonistisch als «Sex, Rausch und Flötenmusik» begreift) ist ein Wurf, wobei sich die dramatis personae in ein subtiles System von Spiegelungen fügen.

Wie das Gute durchsetzen, ohne zu den Mitteln des Bösen zu greifen? – Per Olov Enquists Roman ist ein elegischer Abgesang auf das 20. Jahrhundert und seinen demiurgischen Traum von der Weltvollendung. Wo es sich dem Prinzipiellen ergibt, verwandelt sich das Licht der Aufklärung in jene «schwarze Fackel der Vernunft», wie sie der Irrsinn König Christians verkörpert. Ohne das vermittelnde Spiel der Politik gerät der utopische Moralismus leicht zum Desaster. Der Preis des letzten utopischen Liebessommers auf Schloss Hirschholm ist ein Blutbad. Es ist die Ästhetik des Untergangs in Reinheit, die Struensee am Ende leitet, sich von Guldbergs Schergen wie ein Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen. Doch da ist jemand, der gelernt hat, den «Hebel am Haus der Welt» anzusetzen. Eine Frau ohne Eigenschaften sollte sie sein – und wuchs als Liebende in einen anderen Zusammenhang hinein: Caroline Mathilde und ihre Zivilcourage weisen den Weg in die Zukunft. Und so ist «Der Besuch des Leibarztes» zuletzt auch ein feministischer Roman.

Andreas Breitenstein

Inhaltsangabe bearbeiten   |   Zuletzt bearbeitet von Nattfari

nach oben springen

Empfehlungen

nach oben springen

Tags

nach oben springen

Diskussionen zu Der Besuch des Leibarztes. Brigitte-Edition Band 1

Dieser Artikel kommt in folgenden Diskussionen vor
nach oben springen

Detailinfos

Allgemeine Informationen
EAN: 9783570195178
ISBN: 3570195171
Bindung: Gebundene Ausgabe
Weitere Informationen
Auflage: 1
Publikationsdatum: 2005
Verlag: Gruner + Jahr Brigitte Edition
Informationen zur Verfügbarkeit
Anzahl Angebote: 1 Stück
Günstigstes Angebot: 3 Flips
Vorgeschlagener Flippreis (gebraucht): 2 Flips
Vorgeschlagener Flippreis (neu): 6 Flips
 
FRISCH GEÄNDERT

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304

Hidden 3D

Neue Tags von

grisu1304