Hitflip
Eindeutig eines der besten Bücher, die ich in den letzten Monaten las, war Lila, Lila\" von Martin Suter. Wohl zu Recht genießt dieser Autor den Ruf, ein Meister des Erzählens zu sein. Was mich am Roman sofort packte, waren einerseits die Sprache, die sich dadurch auszeichnet, dass sie ewig lange Nebensätze oder ein überkompliziertes Vokabular vermeidet, als auch die Zeitbezogenheit des Romans - man merkt deutlich, dass es eine Geschichte ist, die sich in einer Zeit, in der wir heute leben, abspielen könnte.
Der Plot ist sowohl einfach, als auch genial. Das Schöne ist, dass man emotional angesprochen wird, da der Roman vor allem auch als Liebesgeschichte verstanden werden kann. Zugleich ist er aber auch eine Satire, durchleuchtet den heutigen Literaturbetrieb, Veranstaltungen wie die Frankfurter Buchmesse\", kritisch, behandelt Verleger, Verlage, die Faszination von Bestsellern, die Fans der gefeierten Jungautoren in einer fiktiven Geschichte so lustig und treffend, dass ein unterschwelliger Humor aus dem Roman spricht, der einen innerlich schmunzeln lässt.
Der Durchschnittstyp David, der im Esquina\" als Kellner seinen Lebensunterhalt verdient, sucht Anschluss an die In-Clique\" um Ralph Grand, der mit seinen Freunden, vor allem Fernseh- und Graphikerschnösel, beinahe jeden Abend im Inlokal Esquina\" ausklingen lässt. Auf diese Gruppe stößt Marie, die gerade ihre Matura nachholt und als Dekorateurin für Schaufenster arbeitet. David verliebt sich bis über beide Ohren in Marie. Da sie sich für Literatur zu interessieren scheint, schmiedet er in zahlreichen schlaflosen Nächten einen perfekten Plan, um sie zu erobern. In einer alten Kommode hatte er kürzlich ein rätselhaftes Manuskript einer unglücklichen Liebesgeschichte gefunden, das sogar ziemlich gut klingt. Schließlich ließ David Marie das Skriptum lesen, nachdem er es in den PC eingescannt und korrigiert hatte und gibt sich als der Autor aus. Marie ist begeistert von der Geschichte und verliebt sich in David, als den Mann, der fähig ist, so eine bewegende Geschichte zu schreiben. Fatale Konsequenzen bringt die Lüge, als Marie das Manuskript auf eigene Faust an einen Verlag schickt und ein anderer Verlag, der es auch zu sehen bekam, umgehend beschließt, es zu veröffentlichen. Das Spiel nimmt seinen Lauf..
Spannend, einfach, dabei auf hohem Niveau, unterhaltend und über die Liebe sinnierend - dieser Roman ist wirklich genial.
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