Hitflip
Genau so wenig wie ein Film kann auch ein Hörspiel alle Facetten eines Tausendseiten-Romans berücksichtigen. Jeder, der den Roman kennt und liebt, wird etwas vermissen. Kunststück! Die Regisseurin muss sich allerdings keine Vorwürfe machen, denn sie eröffnet dem Hörer eine authentische Darbietung, die Manns Meisterwerk alle Ehre macht. Die Sprecher sind über jeden Zweifel erhaben, sehr sorgfältig ausgewählt (von Naphta vielleicht abgesehen) und geben die Charaktere gut wieder. Nur dass der Erzähler (Udo Samel) stets von einem Kanal zum anderen verschoben wird, halte ich nicht immer für glücklich gewählt und ausgeführt. Die Mannsche Syntax wird sensibel gekürzt, um sprechbar zu bleiben und die Perlen seines Stils frei zu legen. Die Geräuschkulisse ist von adäquater Dosierung und \"anschaulich\". Die Musik gibt auf kongeniale Weise die Stimmung des Romans wieder. Ich bin absolut zufrieden damit und höre immer wieder gerne rein. Wer mehr will, muss sich halt mit dem Roman begnügen.
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